Die Entstehung der Haftnotiz / des Haftnotizblocks

„Meine Erfindung war eine Lösung, die auf ein Problem wartete“, so beschrieb Art Fry die Umstände, die letztendlich zur weltweiten Verbreitung der gelben Haftzettel, auch „Post-It“ genannt, führten.

Im Jahr 1974 ärgerte sich Art Fry, ein Mitarbeiter der Minnesota Mining and Manufactoring Company (3M) darüber, dass ihm am Sonntag im Kirchenchor immer die Lesezeichen aus den Liederheften herausfielen. Immer genau dann, wenn er im Stehen singen wollte. Da fiel ihm ein früherer Vortrag seines Kollegen Spencer Silver ein.

Spencer Silver wurde 1968 von 3M mit der Entwicklung eines Superklebers beauftragt, der stärker als alle bekannten Klebstoffe seiner Zeit haften sollte. Das Ergebnis seiner Arbeit war ziemlich enttäuschend, denn er erschuf nur eine klebrige Masse, die sich zwar auf allen Flächen auftragen ließ, jedoch genauso leicht wieder abzulösen war. Die erste Idee das Produkt gewinnbringend zu vermarkten, war eine Art Pinnwand ohne Nadeln, die mit dem Kleber bestrichen, Papier halten konnte. Die Pinnwand wurde ein kommerzieller Flop und so geriet Spencer Silvers Erfindung erst einmal in Vergessenheit.

Art Fry besorgte sich eine Probe des verhinderten Superklebers und schnitt sich kleine gelbe Zettel zurecht. Auf diese Zettel trug er die Masse auf und klebte sie am nächsten Sonntag vor dem Kirchgang in sein Liederheft ein. Das war die Geburtsstunde der Haftnotizen.

Doch bis zu einer erfolgreichen kommerziellen Nutzung als Haftnotizblock war es noch ein weiter Weg. Zuvor musste Art Fry noch drei weitere Probleme lösen. Wie konnte man den Kleber der Haftzettel so beeinflussen, dass er auf den Papierzettel blieb und nicht auf andere Oberflächen auswich und wie liessen sich große Mengen von Papierzetteln maschinell beschichten? Diese rein technischen Probleme waren jedoch schnell gelöst.


Das dritte und alles entscheidende Problem liess sich jedoch nicht so einfach knacken. Denn Werbeflyer und Konsumentenumfragen hatten ergeben, dass eigentlich niemand Haftnotizen kaufen wollte. Doch so schnell gaben Art Fry und Spencer Silver nicht auf. Sie schickten Test-Blöcke an die Sekretärinnen von CEO`s der 100 bekanntesten amerikanische Firmen. Die Firmenlenker von Chrysler und Philipp Morris liessen daraufhin anfragen, wo man denn mehr von diesen tollen Bürohelfern bekommen könne.

Als letzter Test vor der Markteinführung wurden in einer amerikanischen Kleinstadt kostenlose Warenproben mit Haftnotizen verteilt und siehe da, die Nachfrage war so gewaltig, dass gar nicht genug nachgeliefert werden konnte. Denn nicht die Werbeflyer hatten die Konsumenten überzeugt, sondern das praktische Produkt selbst, in seiner täglichen Anwendung.

Der Siegeszug der Haftnotizblöcke rund um die Welt hatte begonnen. Auch die Werbewirtschaft interessierte sich bald für die Vorzüge der kleinen Klebezettel, die ihr den Weg in zig Millionen Haushalte und Büros vom Manhattan bis Singapore öffnete.

Art Fry machten seine Erfindung und sein Standvermögen zu einem hoch geehrten Wissenschaftler und die Welt um ein wichtiges Kulturgut und Werbemittel reicher.

 

(Quelle: Wikipedia)

 

 


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